Medizinische Aspekte des Diabetes mellitus

Der Begriff Diabetes mellitus kommt aus dem Griechischen und bedeutet soviel wie „honigsüßer Durchfluss“. Im Grunde versteht man darunter eine Krankheitsgruppe, welche als gemeinsame Eigenschaft den chronisch erhöhten Blutzucker hat.

Mehrere Formen von Diabetes können unterschieden werden. Die Haupttypen gliedern sich in den Typ 1 oder insulinabhängigen Diabetes und in den Typ 2 Diabetes, der durch eine verminderte Insulinwirkung gekennzeichnet ist.

Letzterer Typ stellt eine Volkskrankheit dar, von welcher bereits rund 250.000 Österreicher betroffen sind.

Genetische als auch exogene Faktoren begünstigen die Entstehung des Typ 2 – Diabetes.

Gerade diese exogene Einflüsse wie

  • Adipositas, Überernährung
  • Körperliche Inaktivität
  • Stressfaktoren
  • Medikament

gilt es durch eine gezielte Trainingstherapie zu vermeiden.

Betrachtet man die Entstehungsmechanismen die zu dieser Diabetesform führen, so sind hauptsächlich zwei Ursachen zu nennen.

Erstens ist die Insulinwirkung an den Zielgeweben dieses Hormons an den Zielgeweben vermindert. Man spricht diesbezüglich auch von der so genannten Insulinresistenz.

Zweites kommt es zu einer gestörten Insulinsekretion der Bauchspeicheldrüse.

Insulinresistenz bedeutet eine verminderte biologische Antwort auf eine definierte Insulinkonzentration.

Beim insulinresistenten Typ-2-Diabetes ist die Insulinstimulation der Glucoseaufnahme insbesondere von Muskel- aber auch Fettgewebe vermindert. Zusätzlich wird die hepatische Glucoseproduktion durch Insulin nicht genügend gehemmt.

Folglich kommt es zu einer initialen Erhöhung der Insulin-Spiegel, wobei in Bezug auf die erhöhten Blutzuckerwerte weiterhin ein relatives Insulindefizit besteht.

Genau hier kommen die Effekte eines gezielten Trainings zum tragen.

Einerseits vergrößert Krafttraining die Muskelmasse und Zucker wird so vermehrt in die Muskulatur aufgenommen.

Andererseits vermehrt Ausdauertraining die Insulinrezeptoren und verbessert die Insulinsensitivität.

Training stellt daher eine kausale Therapie für den Typ-2-Diabetes dar. Es kommt zur einer Senkung der chronischen Überzuckerung und des diabetesspezifischen Langzeitwertes „HbA1c“. Die durch die Insulinresistenz bedingte Hyperinsulinämie wird vermindert und folglich wird auch der bedarf an Medikamenten und Insulin erreicht.

Der Krankheitsverlauf des Typ-2-Diabetikers kann vereinfacht in drei Phasen unterteilt werden.

  1. Die Insulinresistenz führt initial zu erhöhten Insulinspiegeln. Die Blutzuckerwerte Normbereich.
  2. Die Insulinresistenz nimmt zu. Trotz einem vermehrten Angebot an Insulin manifestieren sich erhöhte Blutzuckerspiegel.
  3. Bei fortbestehender Insulinresistenz verschlechtert sich die Insulinsekretion aus der Bauchspeicheldrüse im Krankheitsverlauf. Letzteres führt zu erhöhten Nüchtern-Blutzuckerwerten und zum manifesten Typ-2-Diabetes mellitus.

Der Typ-2-Diabetes ist oft mit Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen und Übergewicht vergesellschaftet. Man spricht dann von dem so genannten metabolischen Syndrom. Studien zufolge beträgt das Risiko, ein solches Syndrom zu entwickeln 13.4% bei den Frauen und 20.5% bei den Männern in der Altersgruppe der 45-75 Jährigen auf Österreich bezogen. Ein deutlicher Zusammenhang besteht auch mit der Höhe des Body-Maß-Index, also jenem Wert, welcher als Maß des Übergewichts gilt. Demzufolge beträgt die Diabetes-Häufigkeit bei den 46-59 Jährigen mit einem BMI > 30 rund 6.5%.

Die Manifestation des Diabetes beginnt langsam und schleichend und bleibt oft über Jahre symptomfrei. Nicht selten wird die Diagnose durch Zufall im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung oder bei Manifestation diabetischer Folgeerkrankungen gestellt. Zu diesen gehören Erkrankungen der Augen, der Nieren und Nerven.

Abschließend sei nochmals darauf hingewiesen, dass durch gezieltes Training eine Vielzahl an Diabetes-Medikamenten eingespart werden können und darüber hinaus die Lebensqualität um ein Vielfaches gesteigert werden kann. Es bleibt zu hoffen das Training als Therapie für Diabetes und all seine Folgeerkrankungen angesehen und anerkannt wird.