Allgemeine Information

Körperliche Aktivität ist eine Voraussetzung für die Gesundheit. Gerade bei an Diabetes erkrankten Menschen ist zielgerichtete körperliche Aktivität ein wichtiger Bestandteil innerhalb der konventionellen Therapie.

Das Projekt hat sich zum Ziel gesetzt, die Lücke zwischen der ärztlichen Empfehlung „sich zu Bewegen“ und die Umsetzung unter professioneller Betreuung zu schließen. Bewegung und körperlicher Aktivität vermag die Lebensqualität zu steigern, aber nur wenn folgende Kriterien erfüllt sind:

  • Bewegung unter medizinischer Supervision

  • Wohnortnahes Bewegungsangebot

  • Professionelle Betreuung

Medizinische Supervision

Jeder, der nach längerer Inaktivität mit einem Bewegungsprogramm beginnt, sollte zuerst von einem Mediziner untersucht werden. Das selbe trifft auch für Diabetiker zu. Um am Bewegungsprojekt teilnehmen zu können, muss zuerst ein EKG in Ruhe und unter Belastung durchgeführt werden. Ebenso müssen die Stoffwechselparameter kontrolliert werden. Die Untersuchungen sind wichtig, um:

  • die Funktion des Herz- Kreislaufsystems zu kontrollieren

  • die richtige Intensität für das Bewegungsprogramm zu ermitteln

Nach Absolvierung der Untersuchungen erfolgt die Zuweisung zum Bewegungsprogramm. Der Diabetiker bleibt in Behandlung und unter Kontrolle seines zuweisenden Arztes, da eine zu erwartende Folge der Bewegung eine Reduktion der Medikamente ist und die medikamentöse Einstellung ausschließlich in den Kompetenzbereich des betreuenden Arztes fällt.

Wohnortnahes Bewegungsangebot

Das Ziel, dauerhaft ein Bewegungsangebot in Anspruch zu nehmen kann nur verwirklicht werden, wenn es Möglichkeiten in absoluter Wohnortnähe gibt. Deswegen werden die vorhandenen Strukturen der Gesundheitssektionen der Vereine genutzt bzw. werden die Vorraussetzungen zur Errichtung neuer Einheiten durch das Projekt geschaffen.

Professionelle Betreuung

Bewegung an sich gilt als gesund, aber das ist nicht gleichzusetzen mit einer Steigerung der Lebensqualität. Um ein Bewegungsprogramm aufzunehmen, muss man einiges investieren: einen Teil seiner freien Zeit und eine Portion Motivation. Um sicherzustellen, dass die Zeit bestmöglich genützt wird, werden die Projektteilnehmer durch einen professionellen Bewegungsexperten begleitet. Die Einstiegsschwelle wird durch die Organisationsform der Kleingruppe sehr gering gehalten. Nur wenn der einzelne Teilnehmer spürt und selbst erfährt, was zielgerichtete Bewegung im Stande ist zur Steigerung der Lebensqualität beizutragen, ist die Forderung nach langfristiger körperlicher Aktivität gerechtfertigt. Bewegung ist Leben.

Wer darf mitmachen?

Alle Personen, welche an Diabetes Mellitus erkrankt sind und über 30 Jahre alt sind dürfen am Projekt teilnehmen. Die Teilnahme ist unabhängig vom Schweregrad der Erkrankung. Für ein sicheres und optimales Bewegungsprogramm muss vor Beginn ein Ruhe- und Belastungs- EKG durchgeführt werden. Der Hba1c – Wert muss bekannt sein.

Ziele

Eine Steigerung der Lebensqualität und eine erhöhte Kompetenz in der Bewältigung der Aktivitäten des täglichen Lebens von Diabetes Patienten.

Steigerung der Bewegungszeiten und Verankerung von dosierter körperlicher Aktivität im Alltag.

Vermeidung bzw. Verzögerung von zu erwartenden Folgeschäden.

Organisation von Bewegungsgruppen:

Die lebensbegleitende körperliche Aktivität trägt wesentlich zu einer gesünderen Lebensweise bei – trotz chronischer Erkrankung. Wichtig ist die gemeinsame Bewegung in einer Gruppe. Miteinander für mehr Gesundheit für jeden einzelnen.

Die ortsansässigen Übungsleiter der Vereine sollen durch Wissenstransfer der hauptamtlichen Projektmitarbeiter befähigt werden, selbstständig ein dauerhaftes Bewegungsprogramm durchzuführen.

Eine Verknüpfung der Sportvereine mit Plattformen und Selbsthilfegruppen der Diabetiker wird eingeleitet. Sowohl im städtischen, wie auch im ländlichen Raum, soll ein lückenloses und qualitativ hochwertiges Bewegungsangebot in Wohnort nähe der Betroffenen zur Verfügung stehen.

Umsetzung

Bewegung in Kleingruppen

Pro Bundesland werden ab März 2007 über die Dauer von 2 Jahren an 2 Standorten Bewegungsgruppen geführt. Um eine individuelle Betreuung zu gewährleisten, wird eine Höchstteilnehmerzahl von 8 Personen nicht überschritten. Eine Trainingsgruppe trifft sich 2-mal pro Woche über eine Zeitspanne von 8 Wochen. In diesem Zeitraum wird der teilnehmende Diabetiker spüren, welchen Nutzten ein gezieltes Bewegungsprogramm für seine Lebensqualität bringt. Das Bewegungsprogramm setzt sich aus Ausdauer-, Kraft- und Gleichgewichtsübungen zusammen. Die Betreuung erfolgt durch einen Sportwissenschaftler. Die Teilnahme an den Bewegungsgruppen ist für die Diabetiker kostenlos.

Lebensbegleitende Bewegung

Während der engen Betreuung durch den Sportwissenschaftler wird eine Basis geschaffen für ein lebenslanges Aktiv Sein. Jeder Diabetiker hat im Anschluss an die 8 Wochen mehrere Möglichkeiten, ein Bewegungsprogramm fortzusetzen.

Teilnahme am gesundheitsfördernden Bewegungsprogramm eines Sportvereins

Jeder kann für sich selbst entscheiden, ob er sich lieber einer Nordic Walking-, Herz-Kreislauf oder Gymnastikgruppe anschließen möchte.

Weiterführung des Projektes in einer Kleingruppe

Mit dem Sportwissenschaftler, der Räumlichkeit und den vorhandenen Trainingsgeräten sind die nötigen personellen und infrastrukturellen Voraussetzungen gegeben, um das Bewegungsprogramm auch langfristig zu absolvieren.

Eigenständiges Training

In den 8 Wochen erfährt der teilnehmende Diabetiker sehr viel über Bewegung, Training, Stoffwechselprozess und Adaptionsmechanismen, sodass er in der Lage ist, sein Bewegungsprogramm auch selbständig zu verwirklichen. Der Sportwissenschaftler steht als Ansprechperson weiter zu Verfügung.

 

Ausbildung der Übungsleiter der Vereine

Durch die Vereine des ASVÖ und der SPORTUNION steht ein gut ausgebautes regionales Netz an gesundheitsfördernden Bewegungseinheiten zur Verfügung. Durch das Projekt werden die Übungsleiter speziell für die Bedürfnisse von Diabetikern geschult. Weiters wird ein fundiertes Wissen über Risikofaktoren und Kontraindikationen bei einem regelmäßigen Bewegungstraining vermittelt.

Die Schulung wird von Prof. P. Haber geleitet. Das Schulungsteam setzt sich u a. aus Ärzten, Diaetologen und Sportwissenschaftlern zusammen.

Die hauptamtlichen Mitarbeiter des Projektes nehmen ebenfalls an der Schulung teil.

Vernetzung der Gesundheitssektionen mit medizinischen Institutionen

Seit August 2006 laufen Gespräche mit Krankenhäuser und Ärzten in ganz Österreich. Nach Prüfung der Qualität und erfolgter Zusatzausbildung der Übungsleiter steht einer Zuweisung durch den betreuenden Arzt nichts im Wege.

 

Kooperationspartner

Das Projekt wurde auf Initiative des BMfGF ins Leben gerufen. Die Dachverbände ASVÖ und SPORTUNION mit ihren Vereinen sind die Träger des Projektes. Das Projekt wurde in Zusammenarbeit mit den Selbsthilfegruppen „Aktive Diabetiker Austria“, „Österreichischen Diabetikervereinigung“, und diversen klinischen Abteilungen unter der Leitung der SPORTUNION Österreich entwickelt.

Finanziert wird das Projekt zu gleichen Teilen vom Fonds Gesundes Österreich und dem Bundeskanzleramt für Sport.

Bewegungsprogramm

Eine Bewegungsgruppe nimmt über den Zeitraum von 8 Wochen am Projekt teil. 2-mal pro Woche wird an vereinbarten Terminen ein Bewegungsprogramm absolviert. (Siehe Standorte: Adresse und Beginnzeiten). Die Kleingruppen werden von einem Sportwissenschaftler betreut. Eine Einheit dauert ca. 90 Minuten.

Zu Beginn steht eine Gewöhnungs- und Diagnosephase. Diese erste Adaptionsphase dauert in der Regel 2 bis 4 Einheiten. Eine Bewegungseinheit ist in die Aufwärmphase, einem Ausdauer- und Kraftteil und einen Erholungsteil gegliedert. Koordinationsübungen ergänzen das Programm.

Großer Wert wird auf die individuelle und persönliche Gestaltung des Trainings gelegt.

Die Krankheitsgeschichte sowie die Dauer der Erkrankung, das Alter, Geschlecht sowie der Ausprägungsgrad der unterschiedlichen Leistungsvoraussetzungen müssen in der Erstellung des Bewegungsprogramms berücksichtigt werden.

Praxisseminar Ernährung

Während der Laufzeit des Projektes wird an jedem Standort ein Ernährungsseminar abgehalten. Das Seminar ist nicht ausschließlich für die Teilnehmer der Bewegungsgruppen gedacht, sondern alle interessierten Diabetiker sind recht herzlich eingeladen daran teilzunehmen. Die genauen Termine und die jeweiligen Programminhalte werden im März 2007 festgelegt und auf der Homepage veröffentlicht.

Das Ernährungsseminar soll über eine Reihe von Vorträgen hinausgehen und in Form von Workshops das Gehörte in der Praxis erprobt werden.

Stärkung der Selbstkompetenz

Die Teilnahme an diesem Projektteil ist freiwillig. 60 Bewegungsgruppen werden zusätzlich durch einen Pädagogen betreut. Die zusätzlich pädagogische Intervention versteht sich unter dem Aspekt, dem Diabetiker einen möglichst ganzheitlichen Zugang zu einer gesunden Lebensführung zu ermöglichen. Für jede der 60 Gruppen ist eine Zusammenkunft mit dem Pädagogen 6-mal vorgesehen. Die Treffen sind nicht als reine Anleitungen zu sehen, sondern sollen in Form von Workshops den Betroffenen die Möglichkeit geben, sich so umfangreich wie möglich selbst einzubringen

Die inhaltlichen Schwerpunkte sind:

  • Unterstützung von Freunden und Familie
  • Was tut mir gut und wie kann ich es erreichen
  • Selbsthilfe
  • Selbstkräftigung
  • Coaching
  • Kommunikation

Voraussetzungen für die Teilnahme

Jeder an Diabetes Mellitus erkrankte Mensch mit einem Mindestalter von 30 Jahren kann teilnehmen. Vor Aufnahme des Bewegungsprogramms ist ein Arzt zu kontaktieren. Ein Ruhe- und Belastungs- EKG ist Voraussetzung für die Teilnahme. Die Untersuchung darf nicht älter als 6 Monate sein. Der Hba1c Wert muss bekannt sein.

Eine Teilnahme am Gesundheitsförderungsprogramm ist unabhängig vom Schweregrad der Erkrankung möglich, wenn die geforderten Untersuchungen im Vorfeld absolviert wurden und der Arzt die Tauglichkeit für das Bewegungsprogramm bestätigt.

Das Mindestalter beträgt 30 Jahre. Es gibt nach oben hin kein Alterslimit.

Die ersten Teilnehmer beginnen im März 2007 und sind über einen Zeitraum von 8 Wochen aktiv in die Bewegungsgruppen eingebunden. Alle 2 Monate wird ein neuer Durchgang gestartet.

Dem Teilnehmer entstehen keine Kosten, da das Projekt zur Gänze vom Fonds Gesundes Österreich und vom Bundeskanzleramt finanziert wird.

 

Für weitere Fragen zur Teilnahme am Projekt kontaktieren Sie bitte die Projektleitung.